Seufzend drehe ich mich zur Seite und schließe die Augen. Während ich versuche, meine Atmung ruhig und gleichmäßig klingen zu lassen, lausche ich den Geräuschen des Mannes hinter mir, höre, wie er das Kondom abstreift und mit einem Knoten verschließt. Das passt zu ihm, er ist immer ein perfekter Saubermann. Die Matratze bewegt sich, als er aufsteht und ich ihn barfuß durch mein Schlafzimmer tapsen höre. Das Kondom landet im Mülleimer und ich erwarte, jetzt das Rascheln von Kleidung zu hören.
Stattdessen bewegt sich die Matratze erneut und ich spüre seine Lippen an meiner Schulter.
„Nick? Schläfst du?“
Ich antworte nicht, lasse die Augen geschlossen.
Wieder landen seine Lippen auf meiner Schulter und ich spanne mich vor Widerwillen an. Merkt er nicht, dass er hier unerwünscht ist?
Als ich spüre, wie er einen Arm um mich schlingt und sich an meinen Rücken kuschelt, ist es um meine Selbstbeherrschung geschehen. In meinem Magen bildet sich ein Klumpen aus Wut und Anspannung, der zu explodieren droht. Das hier ist mein Zuhause. Er ist hier nur geduldet, solange er mir Lust verschafft. Jetzt brauche ich meinen Freiraum, denn er bedeutet mir nichts.
Hinter mir scheint er sich häuslich einzurichten und seufzt wohlig.
Genervt drehe ich mich auf den Rücken.
„Du kannst gehen. Ich muss morgen früh raus.“
„Aber … ich kuschele gerne ein bisschen nach dem Sex“, wendet er ein.
„Nun, ich nicht. Und wie gesagt, ich muss morgen früh raus.“
Er schmollt ein bisschen. „Meine Frau und die Kinder sind nicht da, ich dachte, wir könnten noch mindestens eine Runde …“
Da ich es mir nicht leisten kann, ihn misstrauisch zu machen, küsse ich ihn sanft auf die Lippen. „Ein andermal. Heute geht es wirklich nicht.“
Es gibt definitiv andere, für die ich mir die ganze Nacht um die Ohren schlagen würde, weil ich guten Sex wirklich mag. Er gehört mit seinen sexuellen Fähigkeiten nicht dazu. Ein Wunder, dass der Mann drei Kinder hat.
Endlich, nachdem er mir noch einen zu feuchten Kuss gegeben hat, gibt er nach und erhebt sich. Ich beobachte ihn nicht dabei, wie er seinen Körper wieder in den feinen Anzug zwängt, der zerknittert auf dem Boden liegt. Stattdessen drehe ich mich wieder auf die Seite und schließe die Augen.
Ich höre seine Schritte, jetzt in Schuhen, die sich von mir weg bewegen. An der Tür hält er inne.
„Ich hatte eine gute Zeit mit dir, Nick. Ich hoffe, wir wiederholen es.“ Als ich nicht antworte, sagt er nach einiger Zeit: „Ich finde allein raus.“
Kaum ist die Haustür ins Schloss gefallen, da springe ich aus dem Bett und fische die versteckte Kamera aus der Vase mit den unechten Blumen auf dem Nachtschrank. Ich verbinde sie mit dem Computer und öffne das zugehörige Programm. Als die Bilder dieser Nacht über den Bildschirm flackern, lasse ich mich zufrieden an das gepolsterte Kopfteil meines Bettes sinken. Gestochen scharf sieht man, wie der erfolgreiche Manager und Familienvater mir einen bläst, bevor er sich meine Beine über die Schultern legt und wieder und wieder in mich eindringt. Sehr schön. Genau das Material, das ich brauche.
Nachdem ich auch das Material aus den anderen Kameras gesichtet und gesichert habe, gehe ich ins Bad. Während ich mir die Zähne putze, um seinen Geschmack aus meinem Mund zu bekommen, betrachte ich mich im Spiegel. Es hat eine Weile gedauert, bis ich wieder zufrieden mit meinem Aussehen war, nachdem der durchgeknallte Freund meines Exfreundes mir unter Drogeneinfluss seinen High Heel ins Gesicht gerammt hat. Aber dank guter plastischer Chirurgie ist inzwischen kaum noch etwas davon zu sehen und wo ich schon einmal dabei war, habe ich mir auch noch die Nase korrigieren und die Lippen aufspritzen lassen. Es ist unglaublich, wie viele Männer völlig willenlos werden, wenn sie volle Lippen um ihren Schwanz liegen haben. Ihre Augen fixieren sich dann nur noch auf ihren Schwanz in meinen Lippen, ihr Blick wird entrückt und sie verraten einem jedes Geheimnis, das man wissen will, solange sie noch fähig sind zu sprechen.
Ich spüle mir die Zahnpasta aus dem Mund und zwinkere mir selbst im Spiegel zu. Mein heutiger Schachzug wird meine Kanzlei nach ganz oben katapultieren. Ich habe allen Grund, mit mir selbst zufrieden zu sein, wenn auch nur ein mittelmäßiger Orgasmus dabei herausgekommen ist. Als das Wasser aus der Dusche sanft auf mich herabprasselt, schließe ich entspannt die Augen.
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