Als ich am nächsten Morgen aus meinem Zimmer schleiche und mir noch den Schlaf aus den Augen wische, sitzt Robin im Schneidersitz auf einem Stuhl am Küchentisch und löffelt ein Müsli.
„Guten Morgen, Dornröschen!“, ruft er gutgelaunt.
„Woah, hast du immer so viel Energie am Morgen?“, frage ich, während ich all meine frühmorgendliche Energie zusammennehme, um den Knopf der Kaffeemaschine zu bedienen.
„Momentan schon“, antwortet Robin mit einer Mal-so-mal-so-Geste mit der Hand, in der er den Löffel hält. „Ich habe beschlossen, der Uni eine zweite Chance zu geben. Ich fühle mich, als würde ich mich in ein neues Abenteuer stürzen und das macht mir Lust auf den Tag. Ich wette, die heutigen Seminare werden besser als die von gestern. Ich konnte einfach nicht länger im Bett liegen bleiben.“
Er wirft mir ein strahlendes Lächeln zu, das die Schmetterlinge in meinem Bauch zum Flattern bringt.
„Das vergeht, wenn du ein paar Wochen in der Uni warst“, murmele ich und lasse mich mit dem Kaffee ihm gegenüber auf einen Stuhl sinken, wo ich mich zusammenkauere und versuche, den Kaffee zu einer trinkbaren Temperatur zu pusten. Als ich aufblicke, sehe ich, dass Robin aufgehört hat zu essen und meine Lippen anstarrt. Er bemerkt meinem Blick und schüttelt kurz den Kopf, bevor er wieder glücklich grinst.
„Weißt du, ich habe immer davon geträumt, wie ich studiere und mich auf Anhieb in einen gutaussehenden Kommilitonen verliebe. Leider war gestern ein Schuss in den Ofen. Aber neuer Tag, neues Glück, oder nicht?“
Er beißt sich auf die Lippen und blickt mich mit einem Augenaufschlag an.
„Und wenn es mit einem Kommilitonen nicht klappt, muss ich mir halt einen Professor angeln. Gestern hatte ich aber nur ziemlich alte Dozenten. Gibt es hier auch welche, die jung und gutaussehend sind? Ich denke, ich könnte mich gut auf jemanden mit ein bisschen Erfahrung einlassen.“
Irgendwie schmeckt mir mein Kaffee nicht und ich stelle ihn erstmal ab. „Du willst was mit einem Dozenten anfangen?“
Robin zuckt die Achseln. „Ach, das ist mir eigentlich ganz egal. Aber ich stelle es mir heiß vor. All die Erfahrung und die Heimlichkeiten. Mmmh!“
Er räkelt wohlig seinen ganzen Körper, bevor er aufsteht und seine Müslischale abwäscht. Ich muss an gestern denken, als er auf dem Sofa eingeschlafen ist, nachdem wir die zweite Folge der Serie beendet hatten. Er sah so unglaublich verletzlich und unschuldig aus, wie er da lag, mit dem Kopf an meiner Schulter, dass ich nichts gegen das wohligweiche Gefühl tun konnte, das mich durchströmte. Ich habe ihn eine ganze Weile beobachtet und seinen Duft eingeatmet wie ein verrückter Stalker, bevor er sich ebenso räkelte wie jetzt, wobei mich seine weichen blonden Haare am Hals kitzelten, bevor er die Augen aufschlug und mich müde anblinzelte, ein sanftes Lächeln auf den Lippen.
„Wie ist das bei dir? Irgendwelche heißen Professoren?“, fragt er über die Schulter gewandt und wirkt gar nicht mehr so unschuldig wie gestern im Schlaf.
„Lauter alte Männer in Anzügen“, antworte ich missmutig.
„Und darauf stehst du nicht?“
„Scheinbar nicht“, sage ich, während ich beobachte, wie Robin sich hinkniet und die Müslischale in die Schublade neben der Spüle stellt. Unter seiner engen Jeans blitzt ein Hauch rosa Spitze hervor und innerhalb von Millisekunden bin ich hart. Ich schlucke schwer und presse die Hand auf meinen Schwanz, der von meiner Pyjamahose so gar nicht im Zaum gehalten wird.
„Hmmm, ich denke, ich sollte mir ein bisschen was zu Trinken mitnehmen“, meint Robin, steht auf und reckt sich nach seiner Flasche, die auf dem obersten Regalbrett steht. Es ist eine Flasche, in der man frisches Obst oder Kräuter in einem Sieb in das Wasser geben kann, sodass das Wasser ihr Aroma aufnimmt, aber aus der man vernünftig trinken kann, ohne ständig Obst und Blätter im Mund zu haben. Er reckt sich und sein T-Shirt rutscht mit seinem Arm nach oben. Meine Augen saugen sich an der weichen Haut seiner Leiste fest, an der Rundung seines Hinterns unter der Jeans und dem Hauch Spitze, von dem ich eher weiß als sehe, dass er dort ist. Hitze durchströmt mich und ich springe auf. „Ich gehe duschen!“
Verwirrt dreht sich Robin um. „Alles in Ordnung mit dir?“
„Ja“, murmele ich mit rauer Stimme, während ich versuche, die Situation in meiner Hose vor ihm zu verbergen. „Mir ist nur … eingefallen, dass meine Vorlesung doch früher ist als ich dachte.“
Mit einem erleichterten Seufzen schließe ich die Badezimmertür hinter mir. In Windeseile ziehe ich mich aus und steige in die Dusche. Kaum läuft das Wasser, habe ich meinen Schwanz in der Hand und kann ein Stöhnen kaum unterdrücken. Was ist nur los mit mir? Ich habe nie auf sonderlich feminine Männer gestanden, nie darüber nachgedacht, wie Spitzenunterwäsche wohl aussieht, wenn sie sich über Hoden und einen Penis schmiegt. Mein bester Freund ist eine Drag Queen und ich bin mir ziemlich sicher, dass auch er Spitzenunterwäsche in seinem Schrank hat, aber bisher habe ich nie darüber nachgedacht. Doch als ich jetzt an die wenigen Sekunden denke, die ich vorgestern von Robin gesehen habe, an die Spitze, die ich eben gesehen habe und an den Sextraum, den ich heute Nacht von ihm hatte, als mir noch sein Duft in der Nase hing und ich sein Haar an meinem Hals spüren konnte, fliegt meine Hand über meinen Schwanz, während ich mich mit der anderen an der Armatur festhalte, da meine Knie nachzugeben drohen. Ich versenke meine Zähne in den Muskeln meines Oberarms, um nicht laut aufzustöhnen, als ich komme.
Ich denke an Sara und ihre Warnung, nichts mit meinem Mitbewohner anzufangen. Zum Glück hat Robin ziemlich deutlich gemacht, dass er andere Pläne hat, als sich auf eine spießige Beziehung mit mir einzulassen. Vermutlich ist das ganz gut so, denn wenn es nur nach mir ginge, würde ich vermutlich Saras Ratschlag aus dem Fenster werfen und mich Robin an den Hals.
Den ganzen Tag bekomme ich die Gedanken an die Spitze, die Robins intimste Stellen umhüllt, nicht aus dem Kopf. Ich bin völlig, wirklich völlig verwirrt. Niemals hätte ich gedacht, dass ich Interesse an Männern in sexy Wäsche haben könnte. In meiner Schulzeit und während des Studiums hatte ich Freunde, die alle normale Briefs oder Boxershorts getragen haben. Keiner von ihnen war auch nur ansatzweise femme. Alle waren eher Kumpeltypen, sportlich und nicht offensichtlich schwul. Mein letzter Freund, Nick, hat sogar eher konservativ gewirkt, mit den schicken Anzügen, die er immer trug. Und trotzdem laufe ich heute den ganzen Tag mit halbhartem Schwanz herum, weil ich den Gedanken an Robins Unterwäsche nicht loswerden kann.
Als ich aus der Uni komme, steht die Tür zu Robins Zimmer einen Spalt auf. Heraus dringen Stimmen. Hat Robin Besuch?
Ich schmiere mir in der Küche ein Brot, bevor ich, den Teller in der Hand, vorsichtig in Robins Zimmer luge.
„Hey“, sage ich.
Robin schaut auf und lächelt mich an. „Selber hey.“ Er ist allein in seinem Zimmer. Die Stimmen, die ich gehört habe, gehören zu einem Podcast, den er sich gerade anhört, während er mit tonverschmierten Fingern an der Töpferscheibe sitzt, die er gerade angehalten hat.
„Kann ich reinkommen?“, frage ich.
Robin sieht mich einen Moment lang verwirrt an. Dann lächelt er erneut und streicht sich mit dem Finger eine Haarsträhne aus der Stirn, wobei er ein bisschen Ton in seinem Gesicht verschmiert. „Ja, klar. Mach’s dir bequem.“
Da Robin selber auf seinem Schreibtischstuhl sitzt, mache ich es mir auf seinem Bett gemütlich und werde sofort von seinem Duft umhüllt, der in den Kissen hängt. Um mich abzulenken, beiße ich herzhaft in mein Brot, in der Hoffnung, meine Sinne mit anderen Eindrücken zu füllen.
Robin hat inzwischen die Töpferscheibe wieder zum Laufen gebracht und ich beobachte gebannt, wie er voller Konzentration an etwas arbeitet, von dem ich annehme, dass es eine Vase werden soll.
Dabei hat er seine Zunge zwischen seinen Zähnen eingeklemmt, sodass seine süße rosa Zungenspitze zu sehen ist. Seine feingliedrigen Hände gleiten sanft, aber bestimmt über den feuchten Ton und ich stelle mir vor, dass sie nicht über Ton gleiten, sondern über mich. Dass seine Zungenspitze gegen meine stupst, gemeinsam mit seinen Händen über meinen Körper gleitet … In meiner Hose wird es eng. Ist es heiß in diesem Zimmer? Ich wende den Blick ab, in der Hoffnung, an etwas anderes zu denken, aber dabei treffen sie auf den Kleiderschrank und in Sekundenschnelle sind meine Gedanken bei der sexy Wäsche, die darin verstaut ist. Ohne dass ich etwas dagegen tun kann, wandert mein Blick zurück zu Robin. Zu dessen Hintern, um genau zu sein. Was er wohl unter seiner Jeans trägt? Vermutlich immer noch die Spitze, die mich schon den ganzen Tag um den Verstand bringt. Hitze schießt mir ins Gesicht und ich ändere meine Sitzposition auf dem Bett, um meinem Schwanz ein bisschen Erleichterung zu geben. Dabei greife ich nach einem von Robins selbstbestickten Kissen und lege es auf meinen Schritt, um die Beule in meiner Hose zu verdecken.
Vermutlich durch meine Bewegung daran erinnert, dass ich mit im Raum bin, blickt Robin lächelnd auf. „Woran denkst du?“, fragt er völlig arglos.
„Ähm …“, ich räuspere mich. „Ich … ich habe noch nie jemanden gesehen, der eine Töpferscheibe bedient hat. Sieht schwierig aus.“
„Am Anfang muss man sich ziemlich konzentrieren“, bestätigt Robin. „Aber irgendwann geht es ganz von selbst. Möchtest du es mal ausprobieren?“
„Warum nicht?“ Ich stelle meinen Teller auf seinen Schreibtisch. Robin stellt die Vase zur Seite und legt einen neuen Tonklumpen auf die Töpferscheibe. Dann bedeutet er mir, mich auf den Stuhl zu setzen.
„Deine Hände müssen nass sein.“
Robin zeigt mir, wie ich die Töpferscheibe anstelle, aber ziemlich schnell stellt sich heraus, dass ich wohl kein Talent zum Töpfern habe. Das krumme und schiefe Gebilde vor mir, fällt immer wieder in sich zusammen.
„Warte mal!“, sagt Robin, nachdem ich relativ frustriert bin, und huscht in die Küche, wo er einen Hocker holt. „Setz dich mal hier drauf.“
Ich bin mir nicht sicher, was der Hocker ändern soll, bis Robin beginnt, sich hinter mich auf die Sitzfläche zu quetschen. Seine Brust presst gegen meinen Rücken, sein Kinn liegt auf meiner Schulter. Sein … als ich darüber nachdenke, was da gegen meinen Hintern drückt, kann ich ein Stöhnen kaum unterdrücken.
Robins Arme umfassen mich. Sanft nimmt er meine Hände und führt sie, hilft ihnen, etwas zu formen, was eventuell eine Tasse sein könnte. Ich habe keine Ahnung, wie er es macht. Ich folge einfach den Impulsen, die er gibt, während ich in seinem Duft, seiner Wärme, seiner Nähe schwelge.
„Ist doch gar nicht so schwierig, oder?“ Robins warmer Atem kitzelt an meinem Ohr, als er spricht, seine Stimme klingt heiser. Oh ja, ich kann spüren, dass auch er meine Nähe zumindest interessant findet.
„Mmmmh“, murmele ich. Ich würde gerade vermutlich allem zustimmen, was er sagt.
Plötzlich reißt ein lautes Geräusch mich aus meiner Trance.
„Mist, das ist mein Wecker.“, sagt Robin. Er springt vom Hocker und dreht mir blitzartig den Rücken zu. Sofort vermisse ich seine Nähe schmerzhaft. „Ich muss nochmal in die Uni.“
Hektisch greift er nach seiner Tasche und stopft ein paar Dinge hinein. Dann eilt er aus seinem Zimmer. Ich kann sehen, dass seine Wangen leicht gerötet sind.
Die Haustür fällt hinter ihm ins Schloss.
Ich blicke herab auf die Beule in meiner Hose: „Verdammt, wir zwei sind ganz schön in Schwierigkeiten, was?“
Am nächsten Tag sitzen Chris und ich in meinem Zimmer. Während Chris den Text liest, über den wir eine Zusammenfassung schreiben sollen, und eifrig Textstellen markiert, schweifen meine Gedanken immer wieder ab. Heute Morgen hatte Robin etwas vergessen als er im Bad war und ist nur mit einem winzigen Hauch aus Spitze durch die Küche gehuscht, um es zu holen. Ich hätte fast einen Herzinfarkt bekommen bei dem Tempo, mit dem mein Blut in meinen Schwanz geschossen ist und ich musste mich erst einmal setzen, während ich mit aller Kraft die Kaffeetasse umklammert hielt. Himmel! Wenn das so weitergeht, überlebe ich die erste Woche des Semesters nicht.
Auf einmal merke ich, dass sich die Stimmung im Raum verändert hat. Ich blicke hoch und sehe Chris, der mich aufmerksam mustert.
„Was ist los?“, fragt er.
Hitze schießt in meine Wangen. „Nichts, es ist nur … unwichtig.“
„Warum glaube ich dir das nur nicht?“, fragt Chris. „Ach, ich weiß, vielleicht, weil ich dich fünf Mal angesprochen habe und du nicht reagiert hast?“
„Ich …“, ich schlucke. Was solls, Chris ist schließlich mein bester Freund. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals und ich schlucke schwer, bevor ich sage: „Es ist mein neuer Mitbewohner. Er ist … anders.“
„Anders gut oder anders schlecht?“
„Anders eben. Anders … sexy.“
Chris‘ Augen leuchten interessiert auf. „Sollte es ein Licht am Ende des Tunnels geben und das Kapitel Nick für alle Zeiten beendet sein? Ich kann es kaum glauben, Darling, das ist großartig! Also erzähl. Er ist anders als Nick? Das ist schonmal sehr gut!“
Ich strecke ihm die Zunge raus. Es war nie ein Geheimnis, dass Chris Nick nicht mochte. „Anders als alle, die ich bisher … sexy fand.“
„Inwiefern?“, fragt Chris neugierig.
„Er ist … er trägt … Spitzenunterwäsche.“ Die letzten Worte murmele ich fast schamhaft.
Chris sieht mich einen Moment sprachlos an. „Und das ist schlimm, weil?“, fragt er dann. „Nur zu deiner Info, ich trage auch gerne sexy Wäsche.“
„Das ist auf keinen Fall schlimm!“, beschwichtige ich schnell. „Ich wusste nur nicht, dass ich darauf stehe.“
„Ach so“, nickt Chris. „Stimmt, das ist nicht für jeden was. Und du wusstest das bisher nicht?“
„Nein. Ich habe nie daran gedacht.“
„Weißt du was?“, fragt Chris. „Ich zeig dir mal was. Und du sagst mir, wie du es findest.“
Er steht auf und knöpft seine Hose auf, dann schiebt er sie in die Kniekehlen. Er trägt einen hellblauen Spitzenthong und dreht sich einmal um die eigene Achse.
„Und?“, fragt er und wackelt mit dem Hintern.
„Hm“, mache ich unschlüssig. „Du bist wirklich hübsch, Chris. Aber …“
„Ich mache dich nicht an?“, fragt er. „Keine Sorge, das macht mir nichts aus. Die Wäsche macht dich auch nicht an?“
Ich schüttele den Kopf.
„Und was, wenn du dir vorstellst, dass dein Mitbewohner diese Wäsche trägt?“, fragt Chris.
Ich starre für einen Moment auf seinen Schwanz, der sich hinter der Spitze deutlich abzeichnet und stelle mir Robin vor. Hitze schießt durch meinen Körper und ich unterdrücke ein Stöhnen, während ich meine Hand auf meinen Schwanz presse. Aber was habe ich anderes erwartet? Nicht umsonst habe ich in den letzten Tagen stundenlang auf Typen, die für Onlineshops in Spitzenunterwäsche modeln gestarrt und mir vorgestellt, sie wären Robin.
„Vielleicht ist es nicht wichtig, was für Unterwäsche es ist“, meint Chris, während er sich die Hose zuknöpft. „Vielleicht ist es nur wichtig, wer sie trägt.“
Er geht zur Tür.
„Was machst du?“, frage ich panisch.
„Ich gucke mir mal deinen neuen Mitbewohner an“, sagt er und grinst über seine Schulter, bevor er mein Zimmer verlässt.
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