Mit zitternden Fingern stecke ich den Schlüssel ins Schloss meiner neuen Wohnung im Studentenwohnheim, während ich auf der Hüfte das Paket balanciere, das ich eben von der Post abgeholt habe. Ich bin eben erst eingezogen, doch voller Vorfreude hatte ich das Paket an meine neue Adresse schicken lassen, sodass es tatsächlich vor mir angekommen ist. Zu meinen Eltern hätte ich es niemals schicken lassen können und mein Herz klopft wild in meiner Brust, als ich an den Inhalt des Pakets denke.
Sobald ich die Wohnungstür hinter mir geschlossen habe, lasse ich das Paket auf den Boden fallen. In Windeseile ziehe ich mich aus. Meine ungeliebten Boxerbriefs inspiziere ich noch ein letztes Mal, bevor ich sie mit Nachdruck in den Mülleimer unter dem Schreibtisch fallen lasse. Dann mache ich mich daran, das Paket aufzureißen.
Einzeln in Folie verpackt liegt darin eine bunte Mischung Thongs, Jockstraps und anderer Unterwäsche. Manche sind süß und verspielt, andere sexy und frech. Aber das meiste ist aus zarter Spitze und jedes einzelne dieser Höschen würde meiner Mutter einen Herzinfarkt bescheren.
Ich reiße das erste Tütchen aus und ein rosa Spitzenmantie gleitet heraus. Andächtig lasse ich es durch meine Fingerspitzen gleiten und spüre zum ersten Mal, was ich mir seit Jahren gewünscht habe.
Da es in dem kleinen Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, nur einen einzigen Laden gab, einen Hofladen, in dem frische Eier, Wurst aus eigener Schlachtung, Gemüse und von der Mutter des Landwirts selbstgestrickte Socken verkauft wurden, fand sich in unserem Briefkasten zumeist ein bunter Mix an Warenhauskatalogen, die ich immer mit großem Interesse studierte. Wenn meine Mutter die jahreszeitliche Bestellung fertig machte, bat und bettelte ich immer um Dinge, die die Mädchen auf den Seiten bezaubernd zur Schau stellten. Aber ich bekam nie Strümpfe mit Rüschenbesatz oder Blümchenkleider. Meine Mutter schnaubte missbilligend durch die Nase und schrieb die Sachen auf, die ihr angemessen für mich erschienen. Ich begann, den Tag zu verabscheuen, an dem die Pakete mit den neuen Jeanshosen und Bob-der-Baumeister-T-Shirts ankamen. Schlimmer wurde es nur noch, als ich in die Pubertät kam und völlig zerrissen war, wenn ich mir die Seiten mit der Unterwäsche ansah. Ich wusste nicht, welche Seite ich länger und intensiver anstarren sollte, die mit der Männerunterwäsche, unter der sich Hoden und Penisse abzeichneten, die mir das Wasser im Mund und das Blut im Schwanz zusammenlaufen ließen. Oder die mit der Damenunterwäsche, die ich mit dem Finger streichelte, während ich mich fragte, wie sich die zarte Spitze wohl anfühlen würde, wenn sie nicht auf Hochglanzpapier gedruckt wäre, sondern sich an meine Haut schmiegen würde. Nach Jahren der intensiven Imagination und des sehnsuchtsvollen Wartens, werde ich es jetzt endlich erfahren.
Andächtig lasse ich meine Füße durch die dafür vorgesehenen Löcher gleiten. Eine Gänsehaut zieht sich meine Beine entlang, ausgelöst durch die Berührung des Stoffs an meiner Haut. Sanft ziehe ich den Spitzenstoff über meine Pobacken und lege ihn dann sacht auf meinem Penis ab.
Ich hole tief Luft, streiche andächtig über den Stoff, der sich an meinen Körper schmiegt und drehe mich zum Spiegel.
Was ich dort sehe, verschlägt mir den Atem. Ohne, dass ich etwas dagegen tun kann, füllen sich meine Augen mit Tränen und ich versuche gar nicht, sie aufzuhalten, sondern lasse sie ungehemmt über meine Wangen rollen, während ich durch den Schleier vor meinen Augen meine schmale Gestalt betrachte und den sündhaft schönen Stoff zwischen meinen Beinen.
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