Da ich vorhin davon geschrieben habe, wie ich eigentlich dazu kam, diese Serie zu starten, hier einmal die Szene, mit der alles angefangen hat. Inzwischen befindet sie sich mitten in Cheap Trick und wurde auch das ein oder andere Mal umgeschrieben, aber sie ist die Schlüsselszene, die erste Szene, von der ich nur ein Gefühl hatte, das ich verschriftlichen wollte. Also los:
Ich drehe auf dem Absatz um und knalle die Wohnungstür hinter mir zu. Wie konnte er mich verdammt noch mal so verarschen? Mit zitternden Fäusten wische ich mir die Tränen von den Wangen, die inzwischen doch fließen. Dann nehme ich meine Umwelt zum ersten Mal bewusst wahr. Es hat geschneit und ist bitterkalt und mit meiner Jacke habe ich eben Jonas beworfen. Ich zittere und schiebe meine Hände unter die Achseln, um sie warm zu halten. Was soll ich jetzt tun? Wohin soll ich gehen? Zurück in die Wohnung will ich ums Verrecken nicht. Dina und Chris sind vor allem Jonas‘ Freunde. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, fällt mir auf, dass ich es nicht geschafft habe, eigene Freunde zu finden. Alles kreist um Jonas.
Ich stapfe los. Verdammt, ich hätte mich echt wärmer anziehen sollen! Durch die Löcher und Risse in meiner modisch zerrissenen Jeans quillt eisige Kälte. Und auch mein enganliegender Rollkragenpullover ist eher dazu ausgelegt, meine schmale, trainierte Figur zu betonen, als mich zu wärmen. Wie meine Tante schon immer sagte, gehen Mode und Gesundheit nicht immer Hand in Hand. Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich den Abend nicht mit Jonas auf dem Sofa in eine Decke eingekuschelt verbringen und mir schnulzige Weihnachtsfilme angucken würde. Ich war bereit gewesen, ihm zu verzeihen, als ich die Wohnung heute Morgen verlassen habe. Ich wollte ihn nur noch ein bisschen zappeln lassen.
Wütend beim Gedanken an Jonas stapfe ich voran und biege um die nächste Straßenecke. Und stehe vor Jock’s Trap, einer einschlägig bekannten LGBT-Bar. Ich war noch nie dort, aber ich war auch noch nie völlig verfroren, wohnungslos und wütend nachts unterwegs. Kurz entschlossen gehe ich am Türsteher vorbei, der mich kaum eines Blickes würdigt.
Drinnen ist es warm, schummrig beleuchtet und es riecht nach Mann. Nach Schweiß und Geilheit und Sex und Bier. Ich bahne mir meinen Weg an die Bar und bestelle ein paar Shots, die ich hintereinander wegkippe. Warm rinnt der Alkohol durch meine Kehle und benebelt meine Sinne. Legt sich angenehm schwer auf den Klumpen Wut und Trauer, der immer noch in meinem Körper schwelt. Nachdem ich noch eine Runde Shots gekippt habe, bestelle ich mir ein Bier und drehe mich auf meinem Stuhl zur Tanzfläche. Während ich an meinem Bier nuckele, beobachte ich die Männer, die tanzen, sich aneinander reiben, sich küssen und … okay, der Typ da hinten wird gerade definitiv von seinem Tanzpartner gefickt. Auf der Tanzfläche. Direkt vor mir hingegen küsst sich ein Pärchen hingebungsvoll. Sie streicheln sich und raunen sich leise Worte zu, während sie selbstvergessen eng umschlungen auf der Tanzfläche hin und her schwanken.
In mir melden sich wieder die Wut und die Trauer zurück. Ich dachte, Jonas würde mich lieben, verdammt! Ich liebe ihn auf jeden Fall, ganz sicher. Ich dachte, wir würden gemeinsam alt werden. Nie wieder allein sein. Tränen steigen mir in die Augen und ich stoße mich vom Barhocker, gerade als von der Seite ein Typ auftaucht und fragt: „Hey Süßer, tanzt du mit mir?“
Mein wütendes, benebeltes Hirn begutachtet ihn von oben bis unten. Er ist größer als ich, dunkelhaarig, breitschultrig und muskulös. Auf seinen Armen schlängeln sich Tattoos bis in sein Tank Top. Meine Hand schießt nach vorne und greift in sein Tank Top, packt zu und zieht ihn näher zu mir heran. Mein wütendes, benebeltes Hirn hält es für eine gute Idee zu sagen: „Gerne doch!“
Wir beginnen zu tanzen. Und es tut so gut. Meine Wut hat sich in mir zusammengeballt und der Alkohol übernimmt mein Denken. Ich tanze mit Mike, so heißt der Muskelprotz. Ich lege ihm die Arme um die Schultern und ziehe ihn zu mir. Ich muss ihn küssen, denn er hilft mir, mich wieder gut zu fühlen. Ich muss mich bei ihm bedanken.
Dann schmiegt sich von hinten ein anderer Körper an mich. Ich löse mich von Mike und schlinge die Arme um den großen, schlanken Mann. Ich tanze mit ihm. Küsse ihn. Ich schwebe auf Wolken und spüre noch ganz tief in mir die Wut brodeln. Sie feuert mich an. Ich wandere von Tanzpartner zu Tanzpartner. Immer wieder lande ich in Mikes Armen. Er spendiert noch eine Runde Shots. Und noch eine. Und noch eine. Die Stunden verrinnen und ich tanze hemmungslos.
Irgendwann stehe ich mit Mike an der Bar, um eine Runde Tequila in Empfang zu nehmen, und ich blicke auf mein Handy, um herauszufinden, wie spät es ist. Es ist halb drei – unglaublich, denn ich bin seit neun hier – und ich habe etwa eine halbe Million Nachrichten von Jonas, Chris und Dina. Die letzte, die auf meinem Bildschirm aufploppt, ist von Jonas und lautet: „Wo bist du? Bitte komm nach Hause. Ich mache mir Sorgen.“
Und da ist sie wieder, mit voller Wucht, die Wut. Angefeuert vom Alkohol kocht sie in mir. Was denkt sich Jonas eigentlich? Dass ich nach seinem Vertrauensbruch einfach wieder angekrochen komme und mit ihm heile Welt spiele? Dass ich ihm Rechenschaft schuldig bin? Soll er sich doch verdammt noch mal Sorgen machen! Ich gebe ihm gerne was zum Sorgen machen!
Der Tequila kommt und bei dem ganzen Lecken und Saugen landet mein Mund auf Mikes und dieser Kuss ist anders. Er ist nicht benebelte süße Dankbarkeit, er ist wild und wütend, hemmungslos und drängend. Ich stoße meine Zunge in seinen Mund und presse meine Hüfte gegen seine. Mike stöhnt überrascht auf und erwidert den Kuss dann ebenso ungestüm. Zähne prallen aufeinander, Nasen drücken in Wangen und Ständer reibt an Ständer.
„Oh Gott, ich will dich ficken.“, stöhnt Mike. „Klo?“
„Nicht nötig“, hauche ich mit teuflischem Augenaufschlag, während ich seine Bauchmuskeln streichele. „Ich wohne um die Ecke.“ Ganz ehrlich? Wenn eh schon alle Welt denkt, ich sei eine Schlampe, kann ich auch eine sein.
Ich ziehe Mike an der Hand aus der Bar und um die Straßenecke, bis zu unserer – Jonas und meiner – Wohnung. Die Wohnung ist dunkel, aber ich registriere Jonas Schuhe und Jacke an der Garderobe, den Schlüssel am Schlüsselbrett, als ich Mike in Windeseile in mein Zimmer ziehe. Jonas ist also da. Und er hat sich schlauerweise in sein eigenes Bett gelegt.
Ich mache mir keine Mühe, die Tür leise zu schließen und stoße direkt danach Mike mit einem dumpfen Plopp dagegen. Wir küssen uns ebenso wild und ungestüm und hungrig, wie wir es schon im Jock’s Trap getan haben. Unsere Hände wandern über unsere Körper, unter Kleidungsstücke, über Haut. Mein Pullover landet auf dem Boden, gefolgt von Mikes Tank Top. Dann mache ich mich an seinem Reißverschluss zu schaffen, befreie seinen Schwanz und sinke auf die Knie. Ich nehme seinen Schwanz bis zum Anschlag in meinen Mund auf und Mike stöhnt. Laut. Nimm das, Jonas!
Der Gedanke, dass Jonas hören kann, was ich hier mache, dass er weiß, dass ich es mache, weil ich wütend bin, weil ich jetzt gerade will, dass er sich genauso schlecht fühlt, wie ich, törnt mich unglaublich an. Ein Schauer läuft durch meinen Körper und ich bearbeite Mikes Schwanz mit ungezügelter Hingabe. Mike stöhnt, seine Bauchmuskeln beginnen zu zucken. Er packt mich unter den Achseln und zieht mich zu sich hoch. Ich vergrabe meine Hände in seinen Haaren und unsere Münder landen wieder wild aufeinander.
„Brauche dich in mir“, hauche ich.
Mike greift hart in meine Arschbacken und knetet sie, während wir uns küssen und uns aneinander reiben, und schließlich gibt er mir einen Klaps auf den Po und sagt: „Auf alle Viere!“
Ich gehorche ohne zu zögern. Ich lasse mich auf allen Vieren nieder, werfe ihm eine Tube Gleitgel zu, wackele mit dem Hintern und sage neckisch über meine Schulter: „Ich brauche nicht viel Vorbereitung, ich mag es hart und wenn es ein bisschen brennt.“
Mikes gleitgelbefeuchtete Finger stoßen in mein Loch und ich komme ihnen entgegen, beginne seine Finger zu reiten. Dabei stöhne ich eventuell etwas lauter als nötig, aber bald schon bin ich an dem Punkt angekommen, an dem es egal ist, an dem ich nicht mehr mitkriege, was ich tue, weil ich auf einer Welle geiler Lust schwimme und völlig weggetreten bin.
„Mike“, stöhne ich. „Ich will dich in mir. Jetzt!“
Mike zieht seine Finger zurück und reibt seinen Schwanz zwischen meinen Arschbacken. Ich greife nach hinten, halte ihn fest und presse mich auf ihn, bis er ganz in mir ist.
Mike keucht auf. „Kondom!“
Ich erstarre. Dann sage ich, weil es jetzt eh irgendwie zu spät ist: „Egal. Ich bin auf Prep.“ Das ist eine Lüge. „Und ich habe nichts.“ Soweit ich weiß. Woher auch? Jonas war bisher der einzige. Jonas! Zu meiner Geilheit gesellt sich wieder die Wut. Und feuert mich an. Ich beginne, mich auf Mikes Schwanz zu ficken.
Mike stöhnt: „Ich hab ewig nicht mehr ohne… Oh Goooooott Robiiiiin!“ Und dann beginnt er, mich zu ficken. So richtig. Ich komme ihm mit jedem Stoß entgegen, stöhnend und schreiend, während das Bett laut rhythmisch gegen die Wand stößt. Gegen die Wand zu Jonas Zimmer. Oh Gott, der Gedanke daran macht meinen Schwanz so hart!
„Oh ja! Oh ja! Härter, Mike, härter!“, feuere ich Mike an, der hinter mir keucht. Schweiß tropft von meiner Stirn und mein harter Schwanz klatscht wieder und wieder gegen meinen Bauch. Ein Lusttropfen seilt sich von ihm ab auf meine Matratze.
Der Rhythmus, mit dem das Bett gegen die Wand prallt, nimmt Fahrt auf, als Mike mich schneller und tiefer fickt und dabei immer wieder gegen meine Prostata stößt. Ich kann nur noch japsen und unzusammenhängendes Zeug hervorstoßen.
„Mike! Ja, da! Genau … fick … härter … so … ja … Gott …oh … gleich …. oaaaaaaah!“
Mit einem Schrei komme ich und mein zuckender Schwanz spritzt meine Ladung gegen meinen Bauch und auf das Bett. Direkt danach kommt auch Mike und schießt seine Ladung ungebremst in mich. Das Gefühl ist berauschend und mächtig. Völlig erledigt lasse ich mich in den See meines eigenen Spermas fallen und Mike landet auf mir.
„Oh Gott, das war … bist du gekommen, ohne deinen Schwanz zu berühren?“, fragt Mike lachend.
Ich lache auch. „Ja, das war der Hammer! Das passiert mir aber öfter, wenn ich richtig geil bin.“ Wir lachen und küssen uns und als sich unser Atem und unser Herzschlag beruhigt haben, macht sich Mike mit einem Taschentuch ein bisschen sauber, bevor ich ihn zur Haustür bringe. Dort machen wir lockere Pläne, uns demnächst im Jock’s Trap wiederzutreffen, bevor ich ihn mit einem heißen Kuss verabschiede und die Tür hinter ihm abschließe. Es ist fünf, als ich mit einem befriedigten Lächeln auf den Lippen meine Zimmertür hinter mir schließe, mich auf mein nach Sex stinkendes Bett sinken lasse und in einen tiefen, traumlosen Schlaf der Gerechten sinke.
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